Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal

Echter Pfifferling Cantharellus cibarius

 (Karin Pätzold)

Der Echte Pfifferling gehört, zusammen mit seinen Varietäten dem Amethyst-Pfifferling C. cibarius var. amethysteus und dem Blassen Pfifferling C. cibarius var. pallidus, zu den bekanntesten und beliebtesten Speisepilzen. Der leuchtend gelbe, trichterförmige Fruchtkörper und die herablaufenden, nicht ablösbaren Leisten unter dem Hut charakterisieren ihn als Vertreter der Leistenpilze. Der schöne Pilz ist im Schwarzwald von Juni bis Oktober an moosigen Stellen zu finden und geht als Mykorrhiza-Pilz eine Symbiose mit Laub- und Nadelbäumen ein.

Die deutschen Namen des Pfifferlings ändern sich je nach Land und Region. In Bayern und Österreich nennt man ihn Eierschwammerl oder Reherl, in Franken Gelberle, in Sachsen Gelchen, in der Schweiz Eierschwämmli und in Frankreich Girolle oder Chantarelle. Wegen der unterschiedlichen Namen ist es hilfreich jeweils den lateinischen, das heißt wissenschaftlichen Namen mit anzuführen. Mit den wissenschaftlichen Namen kann man sich in Deutschland, im europäischen Ausland und auf der ganzen Welt über Pilze verständigen.

Da das Vorkommen der Pfifferlinge im Rückzug begriffen ist, steht er in der Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“ aufgeführt. Er darf deswegen nur für den Eigenbedarf in geringen Mengen gesammelt werden.

Der Grund für seine Gefährdung ist zunehmende Trockenheit, Grundwasserabsenkungen, forstliche Eingriffe, Bodenverdichtung durch Forstmaschinen und viel betretene Waldgebiete.

Bereits im Altertum war er mit seinem pfeffrigem Geschmack ein beliebter Speisepilz. Die im Handel angebotenen Pfifferlinge kommen heute meist aus osteuropäischen Ländern.

Der Doppelgänger des Pfifferlings ist der Falsche Pfifferling Hygrophoropsis aurantiaca. Dieser Pilz ist mehr orange gefärbt und besitzt keine Leisten sondern Lamellen auf der Unterseite des Hutes, die sich vom Fleisch ablösen lassen. Verwandtschaftlich gehört dieser Pilz zu den Röhrlings-Pilzen, bei denen man auch die Röhren vom Fleisch trennen kann. Der Falsche Pfifferling hat keinen Speisewert und kann beim Verzehr von großen Mengen Magen-Darm Probleme hervorrufen.

Verwechslungsgefahr geht auch von ganz kleinen jungen, tödlich giftigen Pilzen wie dem Spitzgebuckelten Raukopf Cortinarius rubellus aus. Deswegen ist beim Ernten große Sorgfalt und Vorsicht geboten.

In südlichen Ländern gilt der giftige Ölbaumtrichterling  Omphalotus illudens ebenfalls als  Doppelgänger des Pfifferlings. Er ist allerdings ein Holzbewohner, also ein Saprobiont. Er kann durchaus auch in Süddeutschland, wenn auch selten, vorkommen. Der letzte Fund wurde der Schwarzwälder Pilzlehrschau im Jahr 2018 aus Achern gemeldet.



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