Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal

Samtfußrübling Flammulina velutipes

Karin Pätzold

Der Samtfußrübling (Flammulina velutipes) ist ein typischer Winterpilz. Er ist in Mitteleuropa kein seltener Saprobiont an totem Laubholz, besonders in Auwäldern. Sein Hut ist schmierig und kommt mit Farbtönen von leuchtend orangegelb bis rostbraun vor. Sein Name rührt wohl daher, dass er einen  dunkelbraunen, samtigen Stiel besitzt. Die Stielspitze ist wie die Lamellen creme-ocker gefärbt. Die Pilze wachsen meistens büschelig mit mehreren Fruchtkörpern zusammen und überstehen, im Gegensatz zu anderen Pilzen, ohne Probleme unsere Winter-Fröste. Er ist ein guter Speisepilz und lässt sich, wie viele andere holzbewohnende Arten, züchten. Während er in Deutschland erst seit den 80er Jahren in den Pilzzucht-Laboren für die Zucht gelangte, wurde er in China  bereits vor 800 – 900 Jahren schon als Zuchtpilz erwähnt. In Japan ist er nach dem „Shiitake“, der häufigste und beliebteste Vitalpilz, der meist angebaute Zuchtpilz mit dem Namen „Enok“. Er wird bewusst mit langen Stielen gezüchtet, um beim Essen einen knorpeligen Biss zu erzeugen. Der knorpelige Biss ist in der asiatische Küche sehr beliebt. Bekannt für diese Eigenschaft ist ebenso der „Mu-Er“ in den asiatischen Ländern, ein Verwandter unseres heimischen Judasohrs (Auricularia auricula-judae).

Der Samtfußrübling enthält Proteine, Mineralien, Spurenelemente und Ballaststoffe. In der Forschung werden seine Inhaltsstoffe untersucht, um herauszufinden, ob er auch für medizinische Zwecke genutzt werden kann.

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