Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal

Orangerandiger Hautkopf – Cortinarius malicorius

Orangerandiger Hautkopf – Cortinarius malicorius - Karin Pätzold

Im Herbst sprießen bei ausreichender Feuchtigkeit die Haarschleierlinge (Cortinarius) in allen Farben und Größen auf sauren wie auf basischen Böden. Typisch für diese Gattung ist, wie der Name schon sagt, ein spinnartiges Gewebe vom Hutrand des Pilzes bis zum Stiel. Diese spinnartigen Fäden schützen im Jugendstadium die Lamellen des Pilzes. Es gibt in Europa schätzungsweise 800 – 1.000 verschiedene Haarschleierlings-Arten. Hobby-Mykologen und Fachkräfte tauschen sich jährlich bei den sogenannten Cortinarien-Tagungen aus, die jeweils in einem anderen europäischen Land stattfinden. 2017 war die Tagung in Spanien, 2018 in den Karpaten von Rumänien und 2019 in Norwegen.

Zur besseren Übersicht teilt man mehrere Untergattungen und Sektionen ein. Bemerkenswert sind dabei die eigentümlichen, deutschen Namen:

Hautkopf, Raukopf, Schleimfuß, Schleimkopf, Klumpfuß, Dickfuß, Seidenkopf, Gürtelfuß und Wasserkopf.

Diese Namen beschreiben die wichtigsten Merkmale der jeweiligen Untergattung oder Sektion. Das charakteristische bei den Hautköpfen sind die leuchtenden Farben rot, gelb und grün. Sie enthalten Farbstoffe (Anthrachinone), mit denen man Wolle und Seide mit wunderschönen Tönen färben kann. Bei uns im Schwarzwald sind die Hautköpfe im Herbst auf sauren Böden reichlich vertreten.

Der Orangerandige Hautkopf Cortinarius malicorius besitzt jung einen dunkelbraunen Hut mit einem orangenen Rand. Im Alter färbt sich der ganze Hut ebenfalls wie die Lamellen orange. Der Stiel hingegen ist goldgelb. Diesen Pilz findet man im schattigen Nadelwald. Beim Färben mit diesem Pilz ergibt sich ein warmer Orangeton.

So schön Haarschleierlinge auch mit ihren unterschiedlichen Formen und Farben sind, sie gehören mit ganz wenigen Ausnahmen nicht zu den Speisepilzen. Im Gegenteil es hat sogar tödlich giftige Arten darunter wie der Orangefuchsige und der Spitzgebuckelte Raukopf (Cortinarius orellanus und Cortinarius rubellus). Beide enthalten das Nierengift Orellanin. Sie geraten leider immer Mal wieder aus Versehen beim Sammeln von Speisepilzen in den Pilzkorb.

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