Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal

Jodoform-Täubling Russula turci

 (Karin Pätzold)

Der Jodoform-Täubling gehört zu der Gattung Täublinge Russula, auch Spröd-Blättler genannt. Das sind Pilze, die zur Zeit in bunten Farben im Wald wachsen. Die deutschen Namen  beschreiben jeweils ein typisches Merkmal des Pilzes z. B. den Geruch, die Farbe oder den Baum, mit dem sie eine Symbiose eingehen. So gibt es Heringstäublinge, die nach Fisch riechen, den Grasgrünen Täubling mit einer grünen Farbe und den Birken-Speitäubling bei Birke und scharf im Geschmack. Die Bezeichnung „Spröd-Blättler“ rührt daher, dass die Lamellen, bis auf wenige Ausnahmen, beim drüber Streichen splittern und das Fleisch wie Hartkäse bricht und nicht fasert wie bei anderen Pilzarten.

Der Jodoform-Täubling wächst auf sauren Böden bei Kiefer. Man erkennt ihn an seinem amethystfarbenen, violetten Hut und seinem weißen Stiel. An der Stielbasis hat er einen typischen Geruch nach „Jodoform“, der einem stechend in die Nase steigt. Bei Pilzen gibt es die unterschiedlichsten Gerüche wie z. B. nach Marzipan, Leuchtgas, Stachelbeere oder Maggi. Auch der Geschmack ist bei den Täublingen ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.  Es gibt milde Arten wie der Jodoform-Täubling aber auch sehr scharfe Arten, die die Zunge „taub“ werden lassen. Daher rührt auch der Gattungs-Name „Täublinge“. Täublinge probieren ist für Laien und Anfänger jedoch absolut tabu, denn sie könnten dabei Gefahr laufen, einen Giftpilz erwischt zu haben.

Mit Täublingen zu beschäftigen, ist spannend aber nichts für Einsteiger. Es gibt nahezu 300 Arten in dieser Gattung. Die makroskopische Bestimmung funktioniert über den Geruch, die Schärfe oder Milde im Geschmack, Sporenpulverfarbe von weiß bis dottergelb und die Reaktion mit bestimmten Chemikalien, die Restbestimmung geht nur mit Hilfe des Mikroskops.

In der Verwandtschaft der Täublings-Familie Russulaceae gibt es noch die Milchlinge oder Reizker Lactarius genannt. Sie sondern bei Verletzung Milchsaft ab. Unter den Täublingen und Milchlingen gibt es essbare Arten, das sind milde Arten wie der Wieseltäubling, ungenießbare und giftige Arten wie z. B. alle Speitäublinge oder der Zedernholz-Täubling, der sehr scharf ist.

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