Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal
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Eichen-Zystidenrindenpilz Peniophora quercina

Im Winter sieht man wenig allgemein bekannte Pilzfruchtkörper. Man kann jedoch zahlreiche Rindenpilze finden, die in kühleren Jahreszeiten flächig auf Totholz wachsen und von ihrer Konsistenz her langlebiger sind wie ein Steinpilz. Da gibt es zum Beispiel die attraktive Gattung der ZystidenRindenpilze Peniophora. Eine häufige Art dieser Gattung ist der Eichen-Zystidenrindenpilz, der resupinat wie ein Überzug einige Zentimeter auf hängenden oder liegenden toten Eichen- und Buchenästen wächst. Die Oberfläche ist glatt bis höckerig, im Alter krustig und spröde. Im jungen Stadium ist er blau-lila, im Alter verblasst der Pilz lila-grau und wird rissig. Die Randseite ist aufgerollt, die Unterseite schwarz-braun. Der Name „Zystide“ kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „Sack oder Blase“. Zystiden sind sterile Zellen, die in diesem Fall spitzkegelig und mit Kristallen besetzt sind. Im Mikroskop, mit Kongorot oder Baumwollblau eingefärbt, sind sie besonders schön anzusehen. In der Literatur gibt es ca. 26 verschiedene Arten Zystidenrindenpilze, die jeweils auf anderen Holzarten wachsen. Bekannt sind neben dem EichenZystidenrindenpilz der lila Eschen-Zystidenrindenpilz Peniophora limitata, der Aschgraue Zystidenrindenpilz Peniophora cinerea auf Hasel oder der Fleischrote Zystidenrindenpilz Peniophora incarnata auf Laubholzästen. Er fällt durch seine leuchtend orangene Farbe an Totholz auf. Den Tamarisken-Zystidenrindenpilz Peniophora tamaricicola habe ich zu meiner Freude auf der Insel Port Gros, Nationalpark während eines Cavalaire-Urlaubs gefunden. Er ist im Mittelmeerraum verbreitet. Seine Farbe ist rosa bis ockerbräunlich. Er soll angelblich auch auf anderen Laubhölzern vorkommen.

Autorin: Karin Pätzold

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