Lilaseidiger Risspilz Inocybe lilacina
Der Lilaseidige Risspilz Inocybe lilacina ist ein hübscher kleiner Pilz der Gattung Risspilze Inocybe, bei der die meisten übrigen Arten in braunen Farbtönen unscheinbar daher kommen und von den meisten Pilzsammlern nicht einmal wahrgenommen werden. Der Hut ist konisch, fast glockenförmig, im Alter ausgebreitet mit einer gelbbräunlichen Papille. Das Lila ist seidig glänzend, fein radialfaserig und der Hutrand mit einem weißen f ilzigen Behang. Der Stiel ist zylindrisch mit einer Knolle an der Basis, fein schuppig und Hutfarben. Der Geruch ist spermatisch und die Sporenpulverfarbe hellbraun. Eine verwandte Art ist der Erdblättrige Risspilz Inocybe geophylla, ganz ohne Lilatöne. Die Bestimmung der ca. 250 Risspilz - Arten ist nicht einfach, deshalb beschäftigen sich vielmals nur Fachleute mit dieser Gattung. Folgende Merkmale sind für die Bestimmung notwendig: Baumpartner, gesamter Habitus, Faserung am Stiel, Geruch sowie mikroskopische Merkmale. Bei den Mikromerkmalen gibt es zwei verschiedene Sporen-Formen: die sogenannten Glatt-Sporer und andererseits die Höcker-Sporer. Sonstige mikroskopische Bestandteile wie Zystiden spielen ebenso eine Rolle. Die Gerüche, die in der Literatur angegeben werden, sind vielfältig: Fruchtig, erd-artig, nach Bittermandel, süßlich, säuerlich, modrig, fischartig, mehlartig, nussartig, nach parfümierter Seife und nach Geranien. Die meisten Arten riechen aber spermatisch. Manche Arten sind an ihrer Verfärbung zu erkennen. Am bekanntesten ist der Ziegelrote Risspilz Inocybe erubescens, der schon im Mai vorkommt. Er ist tödlich giftig und führt zu Vergiftungen, da er mit dem Mairitterling Calocybe gambosa (essbar) verwechselt wird. Er verfärbt rot. Der Blaufüßige Risspilz Inocybe calamistrata ist türkis-grün an der Stielbasis und der Schwarzfüßige Risspilz Inocybe tenebrosa schwarz. Die Beschäftigung mit den Risspilzen ist spannend, aber schwierig, da sich die Pilze untereinander auch noch ähnlich sehen. Die Risspilze sind keine Speisepilze, sondern mehrheitlich giftig bis tödlich giftig, da sie Muscarin enthalten.
Autorin: Karin Pätzold