Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal
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Weißtannen-Fingerhut Cyphella digitalis

Weißtannen-Fingerhut Cyphella digitalis 

Am 05. Dezember 2021 fand ich in Hornberg auf einer Höhe von 550 m ü. NN auf Triberger Granit den Weißtannen-Fingerhut Cyphella digitalis in einem Weißtannen/Fichten Bestand. Auf einem heruntergefallenen, noch berindeten Weißtannen-Ast befanden sich ca. 40 Glöckchen-artige Fruchtkörper aneinandergereiht, ähnlich den Blüten des “Fingerhuts“. Meine Freude war groß, diesen seltenen Pilz in der Nähe meines Wohnorts zu entdecken. Auch mikroskopisch hatte er attraktive, runde Sporen und erinnerte an Weihnachtskugeln. Die einzelnen Glöckchen waren 1,5 cm groß, die Außenseite war braun und haarig, die Innenseite glatt und creme-weiß mit bläulichem Schimmer. Die Fruchtköper waren alle erdwärts gerichtet und leicht geöffnet. Auf dem Ast wuchsen weitere Weißtannenbewohner wie die Orangerote Mehlscheibe Aleurodiscus amorphus und der Blutrote Borstenscheibling Hymenochaete cruenta. Der Weißtannenfingerhut fruktifiziert in den feuchten Jahreszeiten Herbst und Winter und wächst in schattigen, forstlich wenig bewirtschafteten Weißtannen-Habitaten. In Deutschland ist er ein seltener Pilz (Rote Liste 2) und vor allem im Mittelgebirge zu finden. Ein anderes schalenförmiges Pilzchen ist das Moosbewohnende Braunsporbecherchen Chromocyphella musicicola. Die kleinen Fruchtkörper wachsen auf Moos, haben braunes Sporenpulver und werden oft übersehen.

Autorin: Karin Pätzold

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