Goldsamthäubchen Conocybe aurea
Wenn bei Hitze und Trockenheit nirgendwo ein Pilz zu finden ist, schlägt das Herz des Pilzfreundes höher, wenn er das leuchtend goldgelbe Goldsamthäubchen Conocybe aurea in einem Blumentopf entdeckt. Der zierliche Pilz hat einen goldgelben Hut von 2 – 4 cm, ist glockig, später abgeflacht. Jung ist er goldgelb glänzend, trocken cremegelb, der Rand leicht wellig. Die Lamellen sind weißlich, die Schneiden leicht bewimpert. Der Geruch ist angenehm und der Geschmack nussig. Der Stiel ist 3 – 5 cm, weiß bis creme, zylindrisch, gegen die Basis leicht verdickt, auf der ganzen Länge unter der Lupe fein borstig. Dieser Pilz wächst gesellig und ist nicht häufig. Im Mikroskop entdeckt man beim Samthäubchen elliptische, rötlichgelbe Sporen und köpfchenartige Elemente, die „Mensch-ärger-dich-nicht-Spielfiguren“ gleichen. Verwandtschaftlich gehört das Samthäubchen zu den Mistpilzartigen Pilzen Bolbitiaceae mit kastanienbraunem Sporenpulver. Blumentopfpilze gibt es auch in anderen Gattungen, z. B. den Tintlingen. Der Kleinsporige Scheibchentintling Coprinus kuehneri ist ein sehr kleiner Tintling, der innerhalb kurzer Zeit zu Tinte zerfließt. Auch der gelbe Faltentintling Leucocoprinus birnbaumii mit weißem Sporenpulver wächst in Blumentöpfen und Treibhäusern sowie kleine Rötlinge Entoloma. Diese sind für Menschen giftverdächtig. Wir hatten in der Pilzberatung einmal eine Pilzvergiftung eines Welpen mit stark erhöhten Leberwerten. Er hatte einen Rötling aus dem Topf einer Zimmerpflanze gefressen. Er hat Gott sei Dank überlebt. Solche Pilze müssen in der Nähe von Kleinkindern entfernt werden. Warum wachsen Pilze in Blumentöpfen? Der Grund für das Wachstum von diesen Pilzen liegt an der Zusammensetzung der Blumenerde, in der das Myzel des Pilzes in der Lage ist, mit Hilfe von Feuchtigkeit Fruchtkörper zu bilden.
Autorin: Karin Pätzold