Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal
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Papageigrüner Saftling Gliophorus psittacinus

Papageigrüner Saftling Gliophorus psittacinus 

Der Papageigrüne Saftling ist ein kleiner, seltener Pilz auf Magerwiesen und fällt durch seine leuchtenden Farben von grün, gelb bis orange auf. Er ist sehr schleimig und gehört zu der Familie der Schnecklingsartigen Hygrophoracea. Er hat einen halbkugeligen Hut und gelb-grüne Lamellen. Der Stiel ist an der Spitze oft grün und abwärts zunehmend gelb. Einen ausgeprägten Geschmack oder Geruch besitzt er nicht. Weitere Saftlinge sind der Kegelige oder Schwärzende Saftling Hygrocybe conica. Er wächst bereits im Sommer an Wegrändern und hat einen kegeligen, orangenen Hut, gelbe Lamellen und Stiel. Im Alter schwärzt er am Hutrand. Gut zu erkennen ist auch der Honig-Saftling Hygrocybe reidii mit seinem honigähnlichen Geruch. Der Zähe Saftling Gliophorus laetus ähnelt dem Papageigrünen Saftling, hat weniger grüne Farbanteile, herablaufende Lamellen und zähes Fleisch. Viele Saftlinge erscheinen erst Ende Oktober, Anfang November, so der Kirschrote Saftling Hygrocybe coccinea und der Größte Saftling Hygrocybe puniceus. Es sind leuchtend rote Pilze. Sie wurden 2013 auf einer Friedhofswiese entdeckt. Da Magerwiesen wegen Überdüngung selten geworden sind, sind alle über 70 Saftlings Arten streng geschützt. Auf Anregung des Bürgermeisters wurde der Fund der Unteren Naturschutzbehörde Offenburg gemeldet. Diese war mit der Thematik „Pilzschutz“ überfordert und verwies uns an das Regierungspräsidium Freiburg. Von dort wieder an die Offenburger Behörde verwiesen, erhielt die Kommune ein Schreiben: „Die Friedhofswiese muss im Jahr einmal gemäht werden….. Diese „Planzen“ (gemeint waren die Pilze) sind geschützt“. In der Amtssprache werden Pilze seltsamerweise immer noch als Pflanzen bezeichnet. Die Saftlinge sind jährlich bis zu den Hitzesommern gewachsen und waren darnach verschwunden. Zu meiner Überraschung standen jedoch vor ein paar Tagen wieder zwanzig Fruchtkörper des Kirschroten Saftlings auf der Wiese.

Autorin: Karin Pätzold

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