Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal
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Narzissengelber Wulstling Amanita gemmata

Der Narzissengelbe Wulstling Amanita gemmata ist mit seinem gelben Hut und den weißen Punkten ein hübscher Vertreter der Wulstlinge und kommt bereits im Juni im sauren Laub- und Nadelwald vor. Er ist nicht so häufig wie der Gelbe Knollenblätterpilz Amanita citrina, der sich erst im Sommer bis Herbst zeigt und den man an seinem markanten Geruch nach Kartoffelkeimen erkennt. Der Narzissengelbe Wulstling hingegen ist geruchlos. Alle Wulstlings- und Knollenblätterpilz-Arten ( Amanita) besitzen eine Gesamthülle, die sich im jungen Stadium wie eine Eierschale um den jeweiligen Pilz legt. Beim Wachsen bricht diese Hülle auf und hinterlässt weiße Punkte auf dem Hut. An der Stielbasis verbleibt der Rest der Hülle als Söckchen oder Warzengürtel. Das trifft auch bekanntermaßen auf den Fliegenpilz Amanita muscaria (giftig), Perlpilz Amanita rubescens (essbar), Pantherpilz Amanita pantherina (tödlich giftig) und Narzissengelben Wulstling Amanita gemmata (giftig) zu. Der Grüne Knollenblätterpilz Amanita phalloides (tödlich giftig) hingegen besitzt eine stabilere Gesamthülle, so dass keine Reste auf dem Hut hängen bleiben, dafür aber eine lappige Hülle (Volva) an der Stielbasis. Er ist bei uns selten, da er als Mykorrhiza Pilz Buchen- und Eichenwälder benötigt, die bei uns nicht so häufig sind. Der weiße Kegelhütige Knollenblätterpilz Amanita virosa (tödlich giftig) ist eine weitere Art mit einer stabilen Gesamthülle und bei Fichte im sauren Moor Zuhause. Ein attraktives Beispiel ist der Kaiserling Amanita caesarea, ein wärmeliebender Speisepilz aus dem Mittelmeerraum. Er hat ebenfalls eine stabile Gesamthülle. Durch die Klimaerwärmung ist er mancherorts auch schon in Süddeutschland anzutreffen. Fast alle siebzig Wulstlings- und Knollenblätterpilz-Arten haben neben der Gesamthülle noch eine Teilhülle, die die Lamellen schützt. Bei Reife hängt diese als sogenannte Manschette nach unten. Die Scheidenstreiflinge sind davon ausgenommen, sie besitzen nur eine Gesamthülle. Beim Narzissengelben Wulstling ist diese Manschette gern flüchtig. Die Gesamthülle verbleibt bei diesem Pilz wie eine Art Söckchen an der Stielbasis. Fachleute sprechen hier vom „Bergsteigersöckchen“. Auch für den Pantherpilz ist das ein typisches Bestimmungs- Merkmal. Will man die Gattung der Wulstlinge/Knollenblätterpilze Amanita exakt bestimmen, muss man größte Sorgfalt walten lassen und jedes Detail kennen. Das ist Voraussetzung für jeden Pilzsachverständigen. Denn schon wenige unterschiedliche Merkmale können über essbar oder tödlich giftig entscheiden!

Autorin: Karin Pätzold

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