Eichenmilchling Lactarius quietus
Der Eichenmilchling Lactarius quietus ist ein kräftiger Pilz. Der Hut ist rotbraun und in Zonen gestreift, die Ränder sind gebogen, im Alter ausgebreitet und in der Mitte eingesenkt. Der Stiel ist braun und abwärts zunehmend dunkler bis weinbraun. Das Fleisch ist blass. Bei Verletzung sondert der Eichenmilchling weiße Milch ab, die bei Luftzufuhr cremegelblich verfärbt. Die Farbe der Milch und die darauffolgende Verfärbung ist für die Bestimmung der jeweiligen Milchlings-Art von großer Bedeutung. Der Geruch ist unangenehm nach nasser Wäsche, der Geschmack ist scharf und deshalb ist der Pilz ungenießbar. Der Eichenmilchling ist streng an Eiche auf saurem Boden gebunden. Bei den Milchlings-Arten muss man für die Bestimmung Baumpartner, Bodenbeschaffenheit, Farbe der Milch und ihre Verfärbung, Geruch und Geschmack beachten. Umso mehr sind diese Merkmale bei den braunen Milchlingen zu berücksichtigen, da sie untereinander sehr ähnlich und daher leicht zu verwechseln sind. Weitere bekannte braune Arten sind der Maggipilz Lactarius helvus mit dem auffälligen Maggigeruch, der Kokosmilchling Lactarius glyciosmus mit dem Geruch nach Kokosnuss oder der Brätling Lactifluus volemus mit dem Fischgeruch und der reichlich weißen Milch, die braun verfärbt. Beim Zubereiten, der Brätling ist ein Speisepilz, verfliegt der Fischgeruch. Die bekanntesten Milchlinge unter den 126 Arten sind die Reizker, wie der Fichtenreizker Lactarius deterrimus bei Fichte, der Edelreizker Lactarius deliciosus bei Kiefer und der Lachsreizker Lactarius salmonicolor bei Weißtanne. Alle drei haben orangefarbene Milch und sind gebraten gute Speisepilze. Der Großteil der Milchlinge zählt aber wegen ihres scharfen oder bitteren Geschmacks als ungenießbar oder leicht giftig. Die Finnen sowie osteuropäische Staaten wenden zur Haltbarmachung von Milchlingen die Methode des Silierens an: z. B. beim Zottigen Birken Milchling Lactarius torminosus, ein häufiger Pilz in Skandinavien. Ich selbst habe ihn mit dieser Zubereitungsart anlässlich einer europäischen Pilz Tagung in Finnland gegessen. Bei uns gilt er in der Pilzberatung als giftig und wird nicht freigeben.
Autorin: Karin Pätzold