Ortsgruppe Mittleres Kinzigtal
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Mai-Ritterling Calocybe gambosa

Der Mai-Ritterling wächst von April bis Juni in Laub- und Nadelwäldern auf Kalkboden. Diesen Pilz fand ich Anfang Juni 2022 in Tramelan, im Schweizer Jura während einer Ascomyzeten - Tagung. Im Schwarzwald habe ich ihn noch nicht gefunden, da wir saure Böden haben. Der Mai-Ritterling erscheint oft in „Hexenringen“, das ist ein Begriff aus dem Mittelalter, der die Geisterwelt und Magie von Hexen symbolisiert. Heute weiß man, dass es sich um ein kreisförmiges Wachstum des Pilzmyzels handelt. Der Mai-Ritterling ist ein kompakter Pilz mit einem Hutdurchmesser von 4 – 12 cm, flach ausgebreitet, unregelmäßig und wellig. Die Oberfläche ist seidig matt, die Farben sind weiß bis hellbeige. Der Rand ist eingerollt und einseitig eingebuchtet. Das Fleisch ist dick, die Lamellen sind weiß bis creme, schmal und am Stiel mit Zähnchen herablaufend. Der Stiel ist zylindrisch und die Basis kann knollig sein. Geruch und Geschmack sind mehlig. Er gilt als beliebter, guter Speisepilz und soll blutzuckersenkend sein. Die Verwechslungsgefahr besteht mit dem tödlich giftigen Ziegelroten Risspilz Inocybe erubescens, der zur gleichen Zeit wächst. Dieser riecht nicht nach Mehl und verfärbt gerne rötlich. Vergiftungsfälle gab es bei meinem Kollegen Georg Schabel auf der Alb immer mal wieder. Grundsätzlich sollte man die Risspilze Inocybe Spezialisten überlassen. Der Ziegelrote Risspilz scheint aber, da er so früh fruktifiziert, dem Maipilz zu gleichen. Die Rötung erscheint erst auf Druck oder im Alter. Er riecht fruchtig bis unangenehm. Er enthält das Gift Muscarin, die Latenzzeit nach dem Essen beträgt 15 Minuten bis 2 Stunden. Die Symptome der Vergiftung sind Schweißausbrüche, Asthma, Sehstörungen, Brechdurchfälle und Anderes.

Autorin: Karin Pätzold

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