Heringstäubling Russula xerampelina
Der Heringstäubling Russula xerampelina kommt in Nadelwäldern von Sommer bis Herbst bei Fichte und Kiefer (Mykorrhiza-Bäume) vor. Der Hut ist 50 – 90 cm groß, weinrot mit dunkler Mitte, bei Trockenheit matt, bei Feuchtigkeit leuchtend rot Die Lammellen sind cremefarben, das Fleisch ist weiß und im Schnitt bräunend. Der Geruch ist auffällig nach Fisch oder gekochten Krabben. Der Geschmack ist mild. Der zylindrische Stiel ist weiß mit Rot überhaucht, beim Reiben bräunend. Mit Eisensulfat (FESO4) zeigt sich sofort eine grüne Reaktion. Die Sporenpulverfarbe beim Heringstäubling ist gelb (III b). Die Sporenpulverfarbe bei den Täublingen variiert auf einer Farbskala von Weiß (Ia) bis dottergelb (IV e). Im Mikroskop findet man rundliche bis elliptische Sporen mit groben, isolierten Warzen. Weitere Erkenntnisse ergeben sich durch Elemente in der Hutdeckschicht. In der Heringstäublings-Sektion gibt es noch zehn weitere Arten, die nach Fisch riechen und mit FESO4 grün reagieren: wie der Buchen-Heringstäubling Russula faginea mit kupferrotem Hut und gelbbraunen Tönen untermischt, sowie der Keulenstielige Heringstäubling Russula cicatricata mit grünem Hut und stattlicher Größe im Buchen - Eichenwald. Zu der Familie der Täublingsartigen Russulaceae gehört auch die Gattung Milchlinge oder Reizker Lactarius. Sie besitzen im Fruchtköper Safthyphen Lactiferen, die bei Verletzung als Milch zu Tage tritt. Um diese beiden umfangreichen Gattungen kennen zu lernen, bedarf es jahrelanger Erfahrung und Arbeit, ist aber auch sehr spannend. Während wir bei den Täublingen ca. 267 Arten zählen, umfasst die Artenvielfalt bei den Milchlingen ca.126 Arten. Sie alle bereichern unseren Wald mit bunten Farbtupfern bis in den Herbst.
Autorin: Karin Pätzold